Phosphatierungen

Phosphatierungen erzeugen eine gleichmäßige Konversionsschicht auf metallischen Oberflächen, die ideale Haftung für Lackierungen oder Pulverbeschichtungen bietet und gleichzeitig einen wirksamen Schutz vor Korrosion schafft.  KIESOW bietet Eisen-, Zink-, und Manganphosphatierungen sowie No-Rinse-Konversionsbeschichtungs-Systeme an.

Phosphatierung als Vorbehandlung von Metallen

Die Phosphatierung ist ein flüssiges, phosphatbasiertes Verfahren zur Vorbehandlung metallischer Oberflächen. Durch chemische Reaktionen entstehen feinst- bis grob-kristalline Mono- und Mischkristallstrukturen, die durch eine Passivierung, ein Korrosionsschutzöl oder eine weitere Nachbehandlung geschützt werden können. Phosphatierungen bieten eine ideale Haftung für Lackierungen oder Pulverbeschichtungen.

Mit den Produktlinien SURFASIT®, SURFACOTE® und SURFASEAL® deckt KIESOW unterschiedliche Anforderungen an die Oberflächenvorbehandlung und Nachbehandlung ab.

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Name: Daniel Efert

Telefon:+49 5231 7604-471

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Phosphatierung als Vorbehandlung von Metallen

Bei der Phosphatierung werden insbesondere Eisen-, Zink- und Manganphosphatierungen unterschieden. Welches Verfahren geeignet ist, hängt vor allem vom Werkstoff und der späteren Beanspruchung des Bauteils ab.

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Zinkphosphatierung

Bei einer Zinkphosphatierung wird auf einer metallischen Oberfläche durch eine chemische Reaktion eine unlösliche Zinkphosphatschicht erzeugt. Sie schafft eine haftstarke, korrosionsschützende Basis für nachfolgende Beschichtungen oder den temporären Schutz. 

Bei KIESOW bieten wir Zinkphosphatierungen sowohl für das Tauchverfahren als auch für das Spritzverfahren.

Die Dünnschicht-Zinkphosphatierung erzeugt eine feinkristalline, dünne Zinkphosphatschicht. Sie eignet sich besonders für Bauteile, bei denen eine gleichmäßige Beschichtung und geringe Schichtgewichte erforderlich sind. Sie bietet eine optimale Haftung für Lack- und Pulverbeschichtungen.

ProduktTauchverfahrenSpritzverfahrenKationenSchichtgewicht
SURFACOTE 125XXZn/Ni2,0–6,5 g/m² (Tauch); 
1,5–4,0 g/m² (Spritz)
SURFACOTE 222/223XXZn/Mn2,0–3,5 g/m² (Tauch); 
1,5–3,0 g/m² (Spritz)
SURFACOTE 240XXZn/Mn3,8–4,8 g/m² (Tauch); 
1,7–2,5 g/m² (Spritz)
SURFACOTE 270X Zn/Ni2,0–5,0 g/m² (Tauch)
SURFACOTE 333/334XXZn/Ni/Mn2,5–5,5 g/m² (Tauch); 
1,5–3,0 g/m² (Spritz)
SURFACOTE 775X Zn/Ca1,5–3,5 g/m² (Tauch)
SURFACOTE 780X Zn/Ca1–2 g/m² (Tauch)
SURFACOTE 785X Zn/Ca2 – 8 g/m² (Tauch)
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SURFACOTE 125

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SURFACOTE 222/223

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SURFACOTE 240

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SURFACOTE 270

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SURFACOTE 333/334

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SURFACOTE 775

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SURFACOTE 780

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SURFACOTE 785

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SURFACOTE 240: Niedrigtemperatur Dünnschicht- Zinkphosphatierung (nickelfrei)

SURFACOTE 240 ist eine niedrigtemperaturige Dünnschicht-Zinkphosphatierung, die komplett nickelfrei arbeitet. Sie bildet eine feine, gleichmäßige Zinkphosphatschicht und sorgt für eine optimale Vorbehandlung. Durch den Einsatz bei niedrigen Temperaturen wird Energie eingespart und weniger Phosphatschlamm produziert.

Die Dickschicht-Zinkphosphatierung bildet eine dickere, kristalline Zinkphosphatschicht, die höheren mechanischen und korrosiven Belastungen standhält. Sie ist ideal für anschließendes Beölen in Ölemulsionen und Anwendungen, bei denen erhöhte Schutzanforderungen bestehen. 

ProduktTauchverfahrenSpritzverfahrenKationenSchichtgewicht
SURFACOTE 480X Zn15–30 g/m² (Tauch)
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SURFACOTE 480

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Manganphosphatierung

Die Manganphosphatierung wird auf Stahloberflächen eingesetzt und bildet eine widerstandsfähige, anthrazitfarbige/ schwarze Schicht auf Bauteilen, die starken Verschleiß oder Reibung ausgesetzt sind. Sie schützt vor Korrosion, reduziert den Verschleiß und sorgt dafür, dass Schmiermittel besser wirken können.

ProduktTauchverfahrenSpritzverfahrenKationenSchichtgewicht
SURFACOTE MN 2X Mn/Ni10-40 g/m² 
SURFACOTE MN 3X Mn/Ni10-20 g/m² 
SURFACOTE MN 4X Mn10-20 g/m²
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SURFACOTE MN 2

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SURFACOTE MN 3

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SURFACOTE MN 4

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Eisenphosphatierung

Die Eisenphosphatierung ist ein Verfahren, um Bauteile wie Bleche in einem Schritt zu reinigen und zu phosphatieren. Sie bietet so eine Grundlage für anschließende Lackierungen. Je nach Produkt eignen sie sich für Bauteile aus Stahl, Zink, Aluminium und Kunststoff.

ProduktEisenZinkAluminiumKunststoffMerkmaleSchichtgewicht
SURFASIT IP 6X  XFestprodukt0,2-0,6 g/m²
SURFASIT D 1XX Xkeine pH Einstellungen bei Neuansatz0,4-0,6 g/m²
SURFASIT D 2X  Xohne Netzmittel0,2–0,4 g/m²
SURFASIT D 3XX X 0,2-0,6 g/m²
SURFASIT D 6X  X 0,2-0,6 g/m²
SURFASIT D 10X  Xkeine pH Einstellungen bei Neuansatz0,2-0,6 g/m²
SURFASIT D 11X  Xfür Hochdruckreiniger geeignet0,2-0,6 g/m²
SURFASIT D 13XX X 0,2-0,4 g/m²
SURFASIT D 16X  X 0,2-0,4 g/m²
SURFASIT D 33X XX 0,2-0,4 g/m²
SURFASIT D 33 AX XXkeine pH Einstellungen bei Neuansatz0,2-0,4 g/m²
SURFASIT D 38XXXXkeine pH Einstellungen bei Neuansatz0,4-0,8 g/m²
SURFASIT D 63XXXX 0,2-0,4 g/m²
SURFASIT D 300XXXX 0,2-0,4 g/m²
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Passivierung

Eine Phosphatschicht kann je nach Anwendung durch eine Passivierung oder durch ein Korrosionsschutzöl nachbehandelt werden. Eine anschließende Passivierung kann den Korrosionsschutz sowie die Eigenschaften der Oberfläche für eine nachfolgende Lackierung verbessern. Für Bauteile, welche nicht lackiert werden sollen, können Korrosionsschutzöle eingesetzt werden und das Bauteil vor Korrosion schützen.

Eine ausführliche technische Einführung, inklusive Verfahrensschritten, Prozessparametern und Praxisbeispielen, finden Sie in unserer Phosphatfibel.

Passivierung für anschließende Lackierungen

Passivierungen auf Basis von Zirkonium und/oder Titan stellen einen umweltfreundlichen Ersatz für Phosphatierung dar und sorgen dafür, dass Lackierungen oder Pulverbeschichtungen optimal haften.

ProduktAluminiumStahlZinkNachbehandlung von Eisen und Zinkphosphatschichten
PROSEAL MG 3X X 
PROSEAL MG 300X X 
SURFASEAL 30   X
SURFASEAL 220X   
SURFASEAL 400XXXX
SURFASEAL 440XXXX

 

Passivierung für Blankkorrosionsschutz

Bei Bauteilen, die unbehandelt oder „blank“ eingesetzt werden, bildet die Passivierung eine dünne Schutzschicht gegen Korrosion. Sie verhindert die Bildung von Korrosionsprodukte und erhöht die Haltbarkeit der metallischen Oberfläche.

ProduktAluminium
PROSEAL Mg 300X

Korrosionsschutzöle

Korrosionsschutzöle werden auf phosphatierte Oberflächen aufgebracht, um einen temporären Schutz vor Feuchtigkeit und Umwelteinflüssen zu gewährleisten. 

ProduktAluminiumStahlZinkNachbehandlung von Phosphatschichten
SURFASEAL 85XXXX
SURFASEAL 100XXXX

Qualitätsprüfung phosphatierter Oberflächen

Für phosphatierte und anschließend beschichtete Oberflächen können verschiedene Prüfverfahren eingesetzt werden. Je nach Fragestellung können unter anderem Haftung, Korrosionsbeständigkeit und mechanische Eigenschaften geprüft werden.

PrüfungNorm
GitterschnittprüfungDIN 53151
SalzsprühtestDIN EN ISO 9227
KondenswasserprüfungDIN EN ISO 6270-2
DornbiegeprüfungDIN EN ISO 1519
ErichsentiefungDIN EN ISO 1520
KIESOW in verschiedenen Branchen im Einsatz

Anwendungsgebiete für Phosphatierungen

Phosphatierungen stellen in zahlreichen industriellen Anwendungsbereichen einen essenziellen Prozessschritt dar, da sie die Korrosionsbeständigkeit, Verschleißfestigkeit und Haftfähigkeit nachfolgender Beschichtungen signifikant verbessern.

  • Ladenbau: Im Ladenbau werden Phosphatierungen insbesondere bei Regalsystemen eingesetzt. Die hiermit behandelten Stahloberflächen bieten einen zuverlässigen Korrosionsschutz und eine gleichmäßige Haftgrundlage für Lackierungen oder Pulverbeschichtungen.
  • Elektroindustrie: In der Elektroindustrie dienen Phosphatierungen vor allem dem Schutz und der Funktionssicherheit von Schaltschränken und Gehäusekomponenten.
  • Werkzeugbau: Im Werkzeugbau werden Phosphatierungen verwendet, um Funktionsflächen von Werkzeugen wie Zangen, Schneidwerkzeugen oder Spannvorrichtungen vor Verschleiß und Korrosion zu schützen.
  • Maschinenbau: Im Maschinenbau sind phosphatierte Oberflächen besonders bei Schrauben, Zahnrädern und anderen beweglichen Komponenten von Bedeutung.
  • Automobilindustrie: In der Automobilbranche sind Phosphatierungen ein zentraler Bestandteil der Vorbehandlung von Fahrwerkskomponenten, Karosserieteilen und Verbindungselementen. Die behandelten Oberflächen bieten hervorragenden Korrosionsschutz und gewährleisten gleichzeitig eine optimale Haftung nachfolgender Lackierungen.
  • Solarindustrie: In der Solarindustrie werden phosphatierte Metallkomponenten in Modulrahmen, Montagesystemen und Tragstrukturen genutzt. Die Behandlung schützt vor Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und chemischen Einflüssen.
  • Fassadenbau: Im Fassadenbau kommen Phosphatierungen bei metallischen Unterkonstruktionen und Fassadenelementen zum Einsatz, um einen dauerhaften Korrosionsschutz zu gewährleisten. Durch die verbesserte Haftfähigkeit der Beschichtungen bleibt die Oberfläche auch unter intensiver UV- und Feuchtebelastung widerstandsfähig.

KIESOW bietet seinen Kunden maßgeschneiderte Phosphatierungslösungen, die optimal auf die Anforderungen verschiedener Branchen abgestimmt sind. 

Kontaktieren Sie uns noch heute für eine individuelle Beratung oder ein Angebot – wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen die ideale Lösung für Ihre Oberflächenanforderungen!

Häufige Fragen zur Phosphatierung

Die Beständigkeit einer Phosphatschicht hängt unter anderem vom Verfahren, dem Schichtgewicht, dem Werkstoff und der Nachbehandlung ab. Eine Phosphatschicht kann beispielsweise als Haftgrund für eine anschließende Lackierung dienen. Für Bauteile ohne nachfolgende Beschichtung können Passivierungen oder Korrosionsschutzöle als zusätzliche Nachbehandlung eingesetzt werden.

Die Arbeitstemperatur hängt vom eingesetzten Produkt und Verfahren ab. Sie reicht bei den beschriebenen Verfahren von Raumtemperatur bei Niedrigtemperaturverfahren bis zu etwa 70 °C bei Dickschichtphosphatierungen. Niedrigtemperaturverfahren können den Energiebedarf des Prozesses maßgeblich reduzieren und die Menge des anfallenden Phosphatschlamms verringern.

Phosphatierungen werden unter anderem im Ladenbau, in der Elektroindustrie, im Werkzeug- und Maschinenbau, in der Automobilindustrie, der Solarindustrie und im Fassadenbau eingesetzt. Typische Anwendungen sind die Vorbehandlung für nachfolgende Beschichtungen sowie der Einsatz als Bestandteil von Korrosions- und Verschleißschutzsystemen.

Bei der Phosphatierung entsteht eine Konversionsschicht auf Basis von verschiedenen Metall-Phosphaten auf der Metalloberfläche.

Passivierungen arbeiten gänzlich phosphatfrei und sind auf Basis von Zirkonium und/oder Titanverbindungen, welche sich im Bereich von 10-300 nm als Konversionsschicht auf der Oberfläche bilden. Sie sind eine phosphatfreie Alternative zu Phosphatierungen und erzeugen zudem deutlich weniger Schlamm.

Bei der chemischen Reaktion während einer Phosphatierung kann grundsätzlich Wasserstoff in die Randschicht des Metalls eingebracht werden. Durch eine kontrollierte Prozessführung sowie gegebenenfalls einen anschließenden Wasserstoffentgasungsschritt lässt sich das Risiko einer Wasserstoffversprödung jedoch minimieren. Bei Fragen zur geeigneten Prozessführung für Ihr Bauteil berät Sie unser Team gerne individuell.